Der Saarbrücker Bergmannskalender

 

In den Jahren 1814/1815 wurde ein Großteil des heutigen Saarlandes dem Königreich Preußen zugeschlagen, welches das Gebiet in seine Rheinprovinz ein bzw. in den Regierungsbezirk Trier eingliederte. Damit erhielt Preußen auch einen großen Teil des saarländischen Steinkohlengebietes und die darin schon befindlichen Gruben als Eigentum.

Der preußische Staat versuchte den Steinkohlenbergbau nun planmäßig zu erschließen. Neben der rein technischen Entwicklung legte die Bergverwaltung aber auch Wert auf soziale Belange und förderte das Standesbewusstsein der Bergarbeiter. Zu nennen ist hier der Wohnungsbau mittels des Prämienhaus-Systems, aber auch die Herausgabe von Publikationen für die Bergleute "zur Unterhaltung und Belehrung". Dies waren der dreimal wöchentlich erscheinende "Bergmannsfreund", die älteste deutsche Werkszeitschrift, als auch der von der gleichen Redaktion ab 1873 herausgegebene "Saarbrücker Bergmannskalender". Dieser enthielt neben dem Kalendarium nützliche Informationen für Alltag Haus und Hof, Geschichte und Geschichten aus der Heimat und über den Bergbau an der Saar, aber auch nach der jeweiligen Zeit politisch eingefärbte Berichte.


Bis 1898 erschien der Kalender als kleines Büchlein im Gebetbuchformat. Ab 1899 schließlich wurde er im richtigen Buchformat gedruckt, zeitweise im Verlag Gebr. Hofer, bei dem auch die Saarbrücker Zeitung erschien. Mit kriegsbedingten Lücken erschien der traditionsreiche Saarbrücker Bergmannskalender bis 1998 zu seinem 125. Jubiläum. Seitdem nennt sich der Kalender nur mehr Bergmannskalender – ein Tribut an den Rückgang des Kohlebergbaus im Saarland.


Mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus im Saarland im Juni 2012 wird auch der Bergmannskalender zum letzten Mal erscheinen. Er ist in der langen Zeit von beinahe 140 Jahren selbst ein Stück Regionalgeschichte und Teil unserer saarländischen Industriekultur geworden.
 
 



Umschlagseiten (Beispiele)

Exemplarisch werden nachfolgend einige Umschlagseiten des Saarbrücker Bergmannskalenders abgebildet. Besonders in der Anfangszeit wurden die gleichen Titelbilder für mehrere Ausgaben verwendet.

Text Quelle: www. industriekultur-heusweiler.de

 

 

Chronist der Bergbauhistorie

20. Dezember 2011 

Die letzte Ausgabe des saarländischen Bergmannskalenders ist erschienen

Der Bergmannskalender begleitet den Saarbergbau seit fast 140 Jahren und ist selbst ein wichtiger Teil der bergmännischen Kultur des Saarlandes. Foto. RAG

 

SAARBRÜCKEN Seit 1873, seit fast 140 Jahren, begleitet der Bergmannskalender den Bergbau im Saarland. 2012, zum Jahr der Stilllegung des letzten saarländischen Bergwerks und dem Ende einer über zweieinhalb Jahrhundert dauernden Epoche, wird auch der Bergmannskalender zum letzten Mal erscheinen.

Ungezählte Beiträge sind in den vergangenen Jahren veröffentlicht worden: Über den Bergbau, das Saarland und seine Geschichte, über die Bergleute, ihr Leben und ihre Arbeit, sowie über bergmännische Kunst und Kultur. Der Bergmannskalender ist auf diese Weise selbst ein wichtiger Teil der bergmännischen Kultur des Saarlandes geworden. Das Set, das jetzt erschienen ist, besteht aus dem Wandkalender im Querformat (49 x 34 cm) und dem Jahrbuch, das 280 Seiten umfasst.

In den Mittelpunkt der Bilder für den Wandkalender hat Fotograf Ralf Grömminger den Menschen gerückt. Die Bilder erzählen die Geschichte von der letzten Schicht der saarländischen Bergleute. Die Monatsblätter zeigen eindrucksvolle Aufnahmen von Männern, die ihren Beruf lieben.

 

Traditionsreiche Publikation

 

Im Jahrbuch widmet sich die Journalistin Traudl Brenner der Geschichte dieser traditionsreichen Publikation. Sie beschreibt in ihrem Beitrag das wechselhafte Erscheinungsbild und die Inhalte des Kalenders unter dem Einfluss der jeweiligen Herausgeber. Die Rolle des Kalenders als Chronist der saarländischen Bergbauhistorie, wertvolles Instrument der Kommunikation des Unternehmens sowie Botschafter der bergmännischen Kultur, wird darin deutlich herausgearbeitet.

 

Bedeutung für die Landesgeschichte

 

Die Beiträge von Delf Slotta beleuchten das Steinkohlerevier an der Saar über einen Zeitraum von mehr als 250 Jahren und skizzieren die große Bedeutung der Kohle für die Industrie- und Landesgeschichte ebenso wie für Kunst, Kultur und Tradition.

Der Historiker Dr. Albert H. V. Kraus beschreibt die Blütezeit, die Krisen und das Ende des Saarbergbaus aus gesellschaftspolitischer Sicht. Georg Fox widmet sich der Identität der Saarländer in mehreren amüsanten Kurzbeiträgen und entdeckt darin viele Parallelen zur Welt der Bergleute.

Die Entwicklung der Hirschbacher Werkstätten von den Anfängen bis zum professionellen Service-Dienstleister der Bergwerke schildern wiederum Werner Thomas und Joachim Wollschläger.

Den Bergmannskalender gibt es bei der RAG Aktiengesellschaft, Hafenstraße 25, 66111 Saarbrücken. E-Mail: nicole.koenig@rag.de.

 

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Werner Holzer

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